Am 22. Juni 2014 war Prof. Dr. Ahmad Al-Jallad von der Universität Leiden zu Gast bei uns am Institut. Er hielt einen Vortrag mit dem Titel „A Reassessment of Old Arabic“, in dem er sich kritisch mit der in der Forschung dominanten Auffassung auseinandersetzte, die Sprache der Frühnordarabischen Inschriften (wegen der Form ihres bestimmten Artikels auch ha-Dialekte genannt), seien klar vom Altarabischen zu scheiden.  Von seiner intensiven Auseinandersetzung mit dem Inschriftenkorpus der Region as-Safa (Syrien) ausgehend, stellte Professor al-Jallad die z. T. frappierende strukturelle und lexikalische Nähe des Safaitischen nicht nur mit dem Altarabischen, sondern auch mit modernen arabischen Dialekten heraus. Seine Ausführungen münden in ein Plädoyer dafür, die bisher für die Unterscheidung von Altarabisch und Frühnordarabisch maßgebliche Isoglosse des bestimmten Artikels (al- im Alt- und Neuarabischen vs.  ha- im noch früher dokumentierten Frühnordarabischen), weniger stark zu bewerten und stattdessen von einem vorislamisch-arabischen Dialektkontinuum auszugehen – ein Ansatz, der letztendlich die zeitliche Grenze für den Beginn des Arabischen im engeren Sinne um rund tausend Jahre vorverlegt.